Hintergrund

Rojava: „Das ist eine echte Revolution“

Pınar Öğünç – ISKU – 31.12.14

David Graeber schrieb als Professor für Anthropologie an der London School of Economics und Aktivist und Anarchist im Oktober 2014 einen Artikel in der Tageszeitung The Guardian, als der IS gerade begonnen hatte, Kobanê in Nordsyrien anzugreifen. Darin fragt er, warum die Welt die revolutionären syrischen Kurden ignoriere. Anfang Dezember verbrachte er mit einer achtköpfigen Gruppe von Studenten, Aktivisten und Akademikern aus verschiedenen Teilen Europas und der USA zehn Tage in Cizîrê, einem der drei Kantone Rojavas. Er hatte vor Ort Gelegenheit, die Praxis der „Demokratische Autonomie“ zu beobachten und viele Fragen zu stellen. Nun berichtet er von den Eindrücken seiner Reise und beantwortet die Frage, warum dieses „Experiment“ der syrischen Kurden von der ganzen Welt ignoriert wird.

zum Interview

Rojava-Modell – „Arm an Mitteln, aber reich an Geist”

Milusoy – Kurdische Nachrichten – 30.12.14

Interview mit Janet Biehl, Buchautorin und Lebensabschnittsgefährtin des verstorbenen amerikanischen libertären Theoretiker Murray Bookchin. Sie war mit einer Gruppe amerikanischer Akademiker auf Forschungsreise im Norden Syriens, um sich einen Eindruck über das Rojava-Modell unter den jetzigen Kriegsbedingungen zu verschaffen.

zum Interview

Revolution in Rojava

In Kooperation mit der Kampagne Tatort Kurdistan wird die Rosa-Luxemburg-Stiftung im Februar 2015 ein sehr aktuelles Buch herausbringen. Sehr zu empfehlen!
Kurztext:
»Revolution in Rojava« steht für ein einmaliges basisdemokratisches, geschlechterbefreites und ökologisches Projekt im Westen Kurdistans.

Am 19. Juli 2012 begann in Kobanî die Revolution von Rojava. Unter der Initiative des Volksrats Westkurdistan (MGRK) vertrieb die Bevölkerung das syrische Baath-Regime weitgehend unblutig. Während der Rest von Syrien zunehmend im Bürgerkrieg versank, schlug Rojava einen dritten Weg jenseits des Baath-Regimes und der vom Westen, der Türkei und den Golfstaaten protegierten Opposition ein.

Wie wird dieser Umbruch angesichts einer von 60 Jahren Diktatur geprägten Bevölkerung, eines Embargos durch die Türkei und eines sich verschärfenden Krieges realisiert? Wie werden die im Gesellschaftsvertrag von Rojava formulierten Grundsätze der Geschlechterbefreiung und Partizipation aller ethnischen, religiösen u.a. Identitäten tatsächlich umgesetzt? Wie schlagen sich diese Ansätze in der Ökonomie, Ökologie und Bildung nieder? Bietet dieses Projekt Perspektiven für eine Lösung der Probleme des Mittleren Ostens?

Es kann schon vorab beim VSA-Verlag oder über tatort_kurdistan@aktivix.org direkt bestellt werden.

zum Inhaltsverzeichnis

Der Krieg im Krieg

taz – 06.01.2015
Sabine Seifert hat diesen Artikel aus dem italienischen übersetzt. In ihm wird die aktuelle Situation in der Stadt Kobani geschildert. 7.000 Zivilisten sind noch in der Stadt, die mittlerweile wieder zu 80 Prozent von den Volksverteidigungseinheiten YPG/YPJ kontrolliert wird.

zum Artikel

Unterwegs in Rojava

Jesse-Björn Buckler – Jungle World – 30.10.2014

Eine Delegation aus Medizinern, Wissenschaftlern und Journalisten hat eine Reise nach Rojava in Nordsyrien unternommen. Diese kurze Reportage vermittelt einige der Eindrücke, die ein Teilnehmer der Delegation dort mitgenommen hat.

zum Artikel